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luther

 und Wittenberg, Professor an der theologischen Fakultät der Universität Wittenberg, * 10. November 1483 in Eisleben (Grafschaft Mansfeld) als erster (oder zweiter) Sohn von sieben (oder neun) Kindern; † 18. Februar 1546 in Eisleben, begraben in der Schloßkirche zu Wittenberg. - Vater Hans Luder († 29.6. 1530) entstammte einer Bauernfamilie aus dem Dorfe Möhra (Kreis Salzungen, Thüringen). Dem geltenden Erbrecht entsprechend, war Hans als ältester Sohn nicht erbberechtigt, so daß er seine Existenz unabhängig vom elterlichen Hof aufbauen mußte. Mutter Margarethe († 30.6. 1531) stammt aus dem in Eisenach ansässigen Bürgergeschlecht der Lindemann. Die Familie siedelte 1484 von Eisleben nach Mansfeld über, wo Hans Luder sein Auskommen im aufblühenden Kupferbergbau fand. Aus dem einfachen Berghauer wurde ein Teilhaber an mehreren Bergbaugenossenschaften, dem sogar das Mansfelder Bürgerrecht verliehen wurde. Die Familie hat es aus eigener Kraft zu Ansehen und Wohlstand gebracht. Die ersten Schuljahre verbrachte Martin wahrscheinlich von 1490 bis 1497 an der Stadtschule zu Mansfeld, wechselte dann für ein Jahr nach Magdeburg, vermutlich an die dortige Domschule, und fand Aufnahme bei den `Brüdern zum Gemeinsamen Leben'. Als dritte und letzte Schule besuchte er die Pfarrschule St. Georgen in Eisenach, wo er seit Frühjahr 1498 für drei Jahre vor allem seine Kenntnisse des Lateinischen vervollkommnete. Kost und Quartier fand er bei den Eisenacher Patrizierfamilien Heinrich Schalbe und Konrad Cotta. - Der weitere Bildungsgang des Sohnes einer aufstrebenden Unternehmerfamilie war vorgezeichnet. Er sollte an der thüringischen Landesuniversität Erfurt studieren und den auch für die Familie einträglichen Beruf des Juristen anstreben. Im Frühjahr 1501 zog L. nach Erfurt, um sich in die Grundlagenfakultät der Artisten als "Martinus ludher ex mansfelt" einschreiben zu lassen. Zwei bedeutende Lehrer haben damals das wissenschaftliche Profil dieser Artesfakultät geprägt: Jodokus Trutfetter († 1519) und Bartholomäus Arnoldi von Usingen († 1532), die beide in den Bahnen der `via moderna' konsequent die Methoden Ockhams († 1349) und seiner Anhänger anwenden wollten. Wenn L. sich später als Ockhamschüler bezeichnet (WAT 2,516,6; WAT 5,653,1; WA 6,600,11), dann verweist er damit auf diese Jahre seines Artesstudiums in Erfurt. - Ende September 1502 legt L. das Examen zum `Baccalaureus Artium' ab und beschließt damit den ersten, dreisemestrigen Studienabschnitt, der vor allem der Grammatik und Logik gewidmet war. Anfang Januar 1505 besteht er als zweiter von siebzehn Kandidaten das Examen zum `Magister Artium' und beendet damit sein Studium in den Fächern der `freien Künste'. Als Magister ist er nun verpflichtet, für zwei weitere Jahre Vorlesungen an der Fakultät zu halten, und zugleich berechtigt, sich als Student in einer der höheren Fakultäten einzuschreiben. Im Mai 1505 setzt L. sein Studium an der Juristischen Fakultät in Erfurt fort, plangemäß nach dem Willen des Vaters, der für den Sohn auch schon eine `ehrbare und reiche Heirat' ins Auge gefaßt hatte (WA 8, 573,24;1521). - Der 2. Juli 1505 vernichtete alle Hoffnungen auf eine einträgliche bürgerliche Karriere. L. befindet sich auf der Rückreise von Mansfeld nach Erfurt und gerät in der Nähe des Dorfes Stotternheim in ein schweres Gewitter, das ihn derart in Schrecken versetzte, daß er die heilige Anna um Schutz anrief und ihr den Eintritt ins Kloster gelobte: "Hilff du, S. Anna, ich wil ein monch werden" (WAT 4,440,9f). Offenbleiben muß, ob dieses Gelübde nicht der Endpunkt einer zunehmenden Lebenskrise gewesen ist. Sicher ist, daß L. den aufkommenden Zweifeln an der Verbindlichkeit seines Gelübdes nicht nachgab und am 17. Juli 1505 an die Pforte des `Schwarzen Klosters' zu Erfurt pochte, um dort bei den observanten Augustinereremiten die Aufnahme zu erbitten. - Bei L.s Eintritt umfaßte das Kloster etwa 50 Mönche, geleitet von ihrem Prior Winand von Diedenhofen. Vermutlich im Herbst 1505 wurde der Petent im Kapitelsaal in Gegenwart aller Klosterbrüder als Novize aufgenommen und für ein Probejahr dem Novizenmeister Johann Greffenstein übergeben. Im Herbst 1506 leistete L. Profeß, d.h. er verpflichtete sich auf die Ordensgelübde des Gehorsams, der Armut und Keuschheit und wurde damit endgültig in die Ordens- und Klostergemeinschaft aufgenommen. Vom Prior zum Priesteramt bestimmt, empfing er am 27. Februar (oder am 3. April) 1507 durch Weihbischof Johann Bonemilch von Lasphe im Erfurter Dom die Priesterweihe und feierte am Sonntag Kantate (2. Mai) 1507 seine Primiz in Gegenwart des Vaters und geladener Freunde. - Die Universitätslaufbahn war mit dem Eintritt ins Kloster zunächst einmal beendet, sowohl das Studium der Rechte wie auch die eigene Lehrtätigkeit als `Magister Artium'. Erst nach zwei Jahren, im Sommer 1507, setzte L. auf Anweisung des Generalvikars der Augustinerobservanten, Johannes von Staupitz († 1524), seine akademische Laufbahn fort, nun allerdings als Student der theologischen Fakultät. Er beginnt in Erfurt, wechselt aber im Herbst 1508 auf Anweisung des Generalvikars nach Wittenberg, um dort an der seit 1503 bestehenden kursächsischen Landesuniversität seine Studien fortzuführen. Am 9. März 1509 wird er zum `Baccalaureus Biblicus' promoviert, absolviert in Wittenberg noch seine Pflichtdisputation als `Baccalaureus Sententiarius', wird dann aber nach Erfurt zurückversetzt, um dort vom Herbst 1509 bis zum Sommer 1511 als Sententiar zu lehren. - Die Zeit in Erfurt wird vom Spätherbst 1510 bis zum Frühjahr 1511 durch eine Romreise unterbrochen. Anlaß der Reise ist der Streit unter den Augustinern über die Zukunft der strengen Observanz. Generalvikar Johannes von Staupitz suchte nach einer Versöhnung der regelstrengen Klöster mit den beargwöhnten `laxen' Ordensbrüdern - unter heftigem Protest von sieben `renitenten Konventen', die unter der Führung Erfurts alles daransetzten, den angestrebten Ausgleich scheitern
19.1.08 17:25


luther

 und Wittenberg, Professor an der theologischen Fakultät der Universität Wittenberg, * 10. November 1483 in Eisleben (Grafschaft Mansfeld) als erster (oder zweiter) Sohn von sieben (oder neun) Kindern; † 18. Februar 1546 in Eisleben, begraben in der Schloßkirche zu Wittenberg. - Vater Hans Luder († 29.6. 1530) entstammte einer Bauernfamilie aus dem Dorfe Möhra (Kreis Salzungen, Thüringen). Dem geltenden Erbrecht entsprechend, war Hans als ältester Sohn nicht erbberechtigt, so daß er seine Existenz unabhängig vom elterlichen Hof aufbauen mußte. Mutter Margarethe († 30.6. 1531) stammt aus dem in Eisenach ansässigen Bürgergeschlecht der Lindemann. Die Familie siedelte 1484 von Eisleben nach Mansfeld über, wo Hans Luder sein Auskommen im aufblühenden Kupferbergbau fand. Aus dem einfachen Berghauer wurde ein Teilhaber an mehreren Bergbaugenossenschaften, dem sogar das Mansfelder Bürgerrecht verliehen wurde. Die Familie hat es aus eigener Kraft zu Ansehen und Wohlstand gebracht. Die ersten Schuljahre verbrachte Martin wahrscheinlich von 1490 bis 1497 an der Stadtschule zu Mansfeld, wechselte dann für ein Jahr nach Magdeburg, vermutlich an die dortige Domschule, und fand Aufnahme bei den `Brüdern zum Gemeinsamen Leben'. Als dritte und letzte Schule besuchte er die Pfarrschule St. Georgen in Eisenach, wo er seit Frühjahr 1498 für drei Jahre vor allem seine Kenntnisse des Lateinischen vervollkommnete. Kost und Quartier fand er bei den Eisenacher Patrizierfamilien Heinrich Schalbe und Konrad Cotta. - Der weitere Bildungsgang des Sohnes einer aufstrebenden Unternehmerfamilie war vorgezeichnet. Er sollte an der thüringischen Landesuniversität Erfurt studieren und den auch für die Familie einträglichen Beruf des Juristen anstreben. Im Frühjahr 1501 zog L. nach Erfurt, um sich in die Grundlagenfakultät der Artisten als "Martinus ludher ex mansfelt" einschreiben zu lassen. Zwei bedeutende Lehrer haben damals das wissenschaftliche Profil dieser Artesfakultät geprägt: Jodokus Trutfetter († 1519) und Bartholomäus Arnoldi von Usingen († 1532), die beide in den Bahnen der `via moderna' konsequent die Methoden Ockhams († 1349) und seiner Anhänger anwenden wollten. Wenn L. sich später als Ockhamschüler bezeichnet (WAT 2,516,6; WAT 5,653,1; WA 6,600,11), dann verweist er damit auf diese Jahre seines Artesstudiums in Erfurt. - Ende September 1502 legt L. das Examen zum `Baccalaureus Artium' ab und beschließt damit den ersten, dreisemestrigen Studienabschnitt, der vor allem der Grammatik und Logik gewidmet war. Anfang Januar 1505 besteht er als zweiter von siebzehn Kandidaten das Examen zum `Magister Artium' und beendet damit sein Studium in den Fächern der `freien Künste'. Als Magister ist er nun verpflichtet, für zwei weitere Jahre Vorlesungen an der Fakultät zu halten, und zugleich berechtigt, sich als Student in einer der höheren Fakultäten einzuschreiben. Im Mai 1505 setzt L. sein Studium an der Juristischen Fakultät in Erfurt fort, plangemäß nach dem Willen des Vaters, der für den Sohn auch schon eine `ehrbare und reiche Heirat' ins Auge gefaßt hatte (WA 8, 573,24;1521). - Der 2. Juli 1505 vernichtete alle Hoffnungen auf eine einträgliche bürgerliche Karriere. L. befindet sich auf der Rückreise von Mansfeld nach Erfurt und gerät in der Nähe des Dorfes Stotternheim in ein schweres Gewitter, das ihn derart in Schrecken versetzte, daß er die heilige Anna um Schutz anrief und ihr den Eintritt ins Kloster gelobte: "Hilff du, S. Anna, ich wil ein monch werden" (WAT 4,440,9f). Offenbleiben muß, ob dieses Gelübde nicht der Endpunkt einer zunehmenden Lebenskrise gewesen ist. Sicher ist, daß L. den aufkommenden Zweifeln an der Verbindlichkeit seines Gelübdes nicht nachgab und am 17. Juli 1505 an die Pforte des `Schwarzen Klosters' zu Erfurt pochte, um dort bei den observanten Augustinereremiten die Aufnahme zu erbitten. - Bei L.s Eintritt umfaßte das Kloster etwa 50 Mönche, geleitet von ihrem Prior Winand von Diedenhofen. Vermutlich im Herbst 1505 wurde der Petent im Kapitelsaal in Gegenwart aller Klosterbrüder als Novize aufgenommen und für ein Probejahr dem Novizenmeister Johann Greffenstein übergeben. Im Herbst 1506 leistete L. Profeß, d.h. er verpflichtete sich auf die Ordensgelübde des Gehorsams, der Armut und Keuschheit und wurde damit endgültig in die Ordens- und Klostergemeinschaft aufgenommen. Vom Prior zum Priesteramt bestimmt, empfing er am 27. Februar (oder am 3. April) 1507 durch Weihbischof Johann Bonemilch von Lasphe im Erfurter Dom die Priesterweihe und feierte am Sonntag Kantate (2. Mai) 1507 seine Primiz in Gegenwart des Vaters und geladener Freunde. - Die Universitätslaufbahn war mit dem Eintritt ins Kloster zunächst einmal beendet, sowohl das Studium der Rechte wie auch die eigene Lehrtätigkeit als `Magister Artium'. Erst nach zwei Jahren, im Sommer 1507, setzte L. auf Anweisung des Generalvikars der Augustinerobservanten, Johannes von Staupitz († 1524), seine akademische Laufbahn fort, nun allerdings als Student der theologischen Fakultät. Er beginnt in Erfurt, wechselt aber im Herbst 1508 auf Anweisung des Generalvikars nach Wittenberg, um dort an der seit 1503 bestehenden kursächsischen Landesuniversität seine Studien fortzuführen. Am 9. März 1509 wird er zum `Baccalaureus Biblicus' promoviert, absolviert in Wittenberg noch seine Pflichtdisputation als `Baccalaureus Sententiarius', wird dann aber nach Erfurt zurückversetzt, um dort vom Herbst 1509 bis zum Sommer 1511 als Sententiar zu lehren. - Die Zeit in Erfurt wird vom Spätherbst 1510 bis zum Frühjahr 1511 durch eine Romreise unterbrochen. Anlaß der Reise ist der Streit unter den Augustinern über die Zukunft der strengen Observanz. Generalvikar Johannes von Staupitz suchte nach einer Versöhnung der regelstrengen Klöster mit den beargwöhnten `laxen' Ordensbrüdern - unter heftigem Protest von sieben `renitenten Konventen', die unter der Führung Erfurts alles daransetzten, den angestrebten Ausgleich scheitern
19.1.08 17:25